Wenn aus der Nacht ein Tag gemacht wird

Bei einem Campingurlaub ist die Natur der Star. War man als Urlauber früher auf schöne Tagesaufnahmen beschränkt, stehen heute auch Privatpersonen ausgereifte Technologien zur Verfügung, um die Grenzen der Dunkelheit zu überwinden. Mit Nachtsichtgeräten lässt sich nämlich die Finsternis der Nacht austricksen. Bilder mit Nachtsichtgeräten strahlen eine besondere Atmosphäre aus und lassen die Welt von einer Perspektive aus betrachten, die Normalsterblichen sonst verborgen bleibt. Wir möchten Sie in diesem Artikel zum Thema Nachtsichtgeräte beraten, damit der nächste Campingurlaub das wird, was Sie sich von ihm versprochen haben.

Aktivgeräte und Passivgeräte

Nachtsichtgeräte lassen sich in Aktivgeräte und Passivgeräte unterteilen. Passivgeräte verfügen nur über einen Restlichtverstärker, sodass man für die Benutzung des Fernglases auf matte Lichtquellen wie Mond, Sterne und Straßenlaternen angewiesen ist. Aktivgeräte arbeiten zusätzlich mit Infrarotlicht über einen IR-Aufheller. Die Technologie ermöglicht das Sehen auch in völliger Dunkelheit. Zudem ist der Aufheller dazu fähig, Nebel und Regen zu überstrahlen. Lediglich bei Schneefall muss er aufgrund der Reflexionen kapitulieren. Ein weiterer Vorteil von Nachtsichtgeräten mit Infrarotlicht: Bei der Tierbeobachtung werden die Tiere nicht gestört und können in ihrem natürlichen Verhalten beobachtet werden. Nachtsichtgeräte, auch mit Wärmebildkamera, gibt es auf z.B. bei Pulsar.

Weitere Unterscheidungsmerkmale

Weitere Unterscheidungsmerkmale betreffen die Anzahl an Objektiven und das übersetzte Farbspektrum. So kann zunächst ein Nachtsichtgerät ein Monokular oder ein Binokular sein, das heißt auf ein Auge oder zwei Augen ausgerichtet. Neben dem erweiterten Blickfeld liegt der Vorteil eines Binokulars in der dreidimensionalen Sicht, die eine bessere Entfernungsabschätzung der Objekte erlaubt. Was das übersetzte Farbspektrum angeht, so äußert sich die für das Auge bei Nacht sichtbare Grundfarbe in einem gelb-grünen Ton.
Mit der alternativen ONYX-Technologie ist es Tüftlern allerdings gelungen, den auffälligen Grünstich zu entfernen, sodass sich die Bilder auf den Schwarz-weiß-Kontrast beschränken. Kenner loben bei dieser Technologie den natürlicheren Eindruck beim Betrachten sowie Vorteile bei der Unterscheidung von Kontrasten, Farben und Schattierungen. Außerdem gibt es auf dem Markt spezielle Geräte für Fehlsichtige mit eingebautem Dioptrienausgleich, die sich der Fehlsichtigkeit anpassen.

Technologie und Leistung bei Nachtsichtgeräten

Einen groben Überblick über die Leistung des Geräts vermittelt bereits die Technologie, die in Generationen angegeben wird. Theoretisch existieren Nachtsichtgeräte von der 0. Generation bis zur 4. Generation. Praktisch sind diese allerdings nur von der 1. bis 3. Generation bedeutsam. Der Grund dafür ist, dass Geräte der 0. Generation hoffnungslos veraltet sind und Geräte der 4. Generation Militär und Polizei vorbehalten sind. Privatpersonen sind Nachtsichtgeräte in Deutschland zur Tierbeobachtung erlaubt, für die Jagd aber verboten. Das Maß für die Leistung wird in FOM angegeben. Hier sind 1.600 FOM bereits ein sehr guter Wert.

Die Vergrößerung

Um die Leistung der Nachtsichtgeräte richtig einzuordnen, sind die Vergrößerungsleistung, Reichweite und Lichtstärke die wichtigsten Kriterien. Die Vergrößerung pendelt bei Nachtsichtgeräten ungefähr zwischen ×4 und ×30. Zu beachten ist hier, dass bei zunehmender Auflösungsstärke die Führung des Bildes immer schwerer und das Bild selbst immer kleiner wird.

Reichweite und Lichtstärke

Besonders wichtig für die Qualität eines Nachtsichtgeräts sind Reichweite und Lichtstärke. Bei der Reichweite sind die Qualitätsunterschiede zwischen 50 und 500 Metern besonders frappant. Gut ist nach Experten eine Reichweite ab 200 Metern. Manche Hersteller unterscheiden hier gesondert zwischen der Reichweite am Tag und bei Nacht. Die Lichtstärke wiederum entscheidet über das Niveau des Sehens bei Dunkelheit, das über das Maß der Lichtdurchlässigkeit angegeben wird. Bei Nachtsichtgeräten wird die betreffende Kennzahl mit einer F-Zahl wie F1.3 oder F2.6 angegeben. Dabei gilt, dass die Qualität mit abnehmenden Zahlen steigt. Experten sprechen von einer guten Lichtstärke bei einem Gerät mit dem Wert von F2.0 und darunter.

Was für den Urlaub noch zu beachten ist

Insbesondere Camper mit Vorliebe für längere Exkursionen sollten sich für Geräte mit Akku entscheiden, die zwischen 20 und 30 Stunden halten. Geräte mit Batterien halten hingegen mit rund 6 Stunden deutlich weniger. Das Gewicht scheint erst einmal eine untergeordnete Rolle zu spielen. Mit zunehmender Dauer des Ausflugs fällt das Nachtsichtgerät aber buchstäblich immer stärker ins Gewicht, weswegen es sich lohnt, auch auf diese Kennzahl zu achten. Günstige Geräte gibt es schließlich bereits für 90 Euro im Fachhandel. Experten empfehlen aber für eine gute Leistung und Funktionsvielfalt eher Geräte ab 300 Euro.

Ersteller: Snoopy verfasst am: 27.03.2020

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