Wissenswertes für Camper

Auf dieser Seite tragen wir Informationen zusammen, die jeder Camper früher oder später benötigt.

  1. Welcher Reifen-Lastindex ist der richtige?
  2. Pin-Belegung von Anhängersteckern
  3. Materialien für Zelte und Gestänge
  4. Gasflaschen
  5. Tempo 100 Regelung für Caravane
  6. Geschichte des camping und Wohnwagens

 Welcher Reifen-Lastindex ist der richtige?

Die Rechnung ist einfach: Zulässiges Gesamtgewicht (bei gleichmäßiger Achsverteilung) durch Anzahl der Räder teilen und den nächst höheren Wert der so erhaltene Anzahl Kilo in der Tabelle suchen.

Beispiel:

Ein einachsiger Wohnwagen mit zulässiger Gesamtmasse von 1480 kg.
Eine Achse = 2 Räder
1480 kg / 2 = 740 kg
740 kg gibt es nicht, also bei 750 kg nachsehen
Ergebnis: Der Index muss mindestens 98 sein.

Achtung: Im Zweifelsfall bitte den Fachhändler fragen oder in den Fahrzeugpapieren nachlesen. Es kann sich durch unterschiedliche Verteilung der Masse/Gewicht ein anderer Index ergeben bzw. vorgeschrieben sein.

Übersicht der Tragfähigkeitsindizes von 450 bis 2000 kg:

Lastindex  Tragfähigkeitsindex 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89
Tragfähigkeit in kg 450 462 475 487 500 515 530 545 560 580
Lastindex  Tragfähigkeitsindex 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99
Tragfähigkeit in kg 600 615 630 650 670 690 710 730 750 775
Lastindex  Tragfähigkeitsindex 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109
Tragfähigkeit in kg 800 825 850 875 900 925 950 975 1000 1030
Lastindex  Tragfähigkeitsindex 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119
Tragfähigkeit in kg 1060 1090 1120 1150 1180 1215 1250 1285 1320 1360
Lastindex  Tragfähigkeitsindex 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129
Tragfähigkeit in kg 1400 1450 1500 1550 1600 1650 1700 1750 1800 1850
Lastindex  Tragfähigkeitsindex 130 131 132              
Tragfähigkeit in kg 1900 1950 2000              

wecamp-Tipp: Verwenden Sie für Ihre Reifen immer Ventile aus Metall, da sich gerade beim Wohnmobil aufgrund der hohen Belastung von (Innen-)Druck und Fliehkraft Gummiventile verbiegen können und so an einigen Stellen Risse im Material auftreten können, die zu Reifendruckverlust führen kann.

 Pin-Belegung bei 7- und 13-poligen Anhängersteckern

 

Belegung 13-polig  
Belegung 7-poli

  Die Belegungen:

 

Pin  Bezeichnung Belegung 7 Belegung 13 Q7 Q13
1 L Blinker links Blinker links 1,5 mm² 1,5 mm²
2 54g zusätzliche Anlagen Nebelschlußleuchte 1,5 - 2,5 mm² 1,5 mm²
3 31 Masse

Masse für

Kontakte 1 - 8

1,5 - 2,5 mm² 2,5 mm²
4 R Blinker rechts Blinker rechts 1,5 mm² 1,5 mm²
5 58r Leuchten rechts Schluss-Leuchten rechts 1,5 mm² 1,5 mm²
6 54 Bremsleuchten Bremslicht 1,5 mm² 1,5 mm²
7 58l Leuchten links Schluss-Leuchten links 1,5 mm² 1,5 mm²
8 Rückfahrleuchte 1,5 mm²
9 Stromversorgung Dauerplus Klemme 30 2,5 mm²
10 Plus Ladeleitung Anhängerbatterie 2,5 mm²
11  Masse für Pin 10
12 Anhängererkennung: im Stecker ist Kontakt 12 mit 3 verbunden und meldet dem Zugfahrzeug, ob ein Anhänger angeschlossen ist
13 Masse für Kontakte 9 2,5 mm²

 Materialien für Zelt und Gestänge

Gestänge:

Stahl:                     sehr hohe Tragkraft, aber schwer - wenig nachgiebig - gut kombinierbar - evtl. rostend
Aluminium:              relativ leicht und recht hohe Tragkraft - wenig nachgiebig - gut kombinierbar - korrosionsfrei
GFK oder Fiberglas:   sehr leicht und flexibel - wenig Tragkraft, was ab durch Bögen ein wenig kompensiert werden kann

Zeltbahn:

Früher hatte man immer Gewebe mit Gummi-Beschichtung. Heute werden meistens Gewebe aus Nylon oder Polyester verwendet. Diese sind aber nicht wasserdicht.  Erst durch die Beschichtung mit PU, Silikon oder PVC wird die Zelthaut wasserdicht. Die einzelnen Zeltbahnen werden miteinander vernäht oder verklebt und zusätzlich abgedichtet und versiegelt. Silikonbeschichtete Zelte gelten als wesentlich reißfester, UV-beständiger und langlebiger. Die neueren Zelte haben oft ein Gewebegemisch. Diese sind dann besonders strapazierfähig, feuchtigkeitsregulierend, lange farbecht und trotzdem sehr dicht.

Die "Dichtigkeit" wird in mm Wassersäule angegeben. Ab 1500 mm Wassersäule gilt ein Zelt als wasserdicht nach DIN. Wenn man also ein Rohr auf das Zelt stellen würde, so geht das Wasser nicht durch den Stoff, solange die Füllhöhe von 1,5 Meter nicht überschritten wird.

 Gasflaschen

In Deutschland existiert seit ewigen Zeiten die gute alte Stahl-Gasflasche. Doch auch einige Neuentwicklungen drängen in den Markt. Gasflaschen aus Aluminium haben sich bereits bei denjenigen Campern etabliert, die das hohe Gewicht des Stahls scheuen.  Aluminiumflaschen von z.B. Alugas sind sehr viel leichter (bei 11 kg Gasflaschen 5,5kg Leergewicht) als Stahl (ca. 13kg Leergewicht). Aber auch Kunststoffgasflaschen wollen den Markt erobern. Es gibt hier Hersteller, wie BP, der die BPino anbieten. Diese sind aus Kunststoff und ebenfalls so leicht wie Alu. Allerdings ist die Bauart ein wenig anders, sodaß die Füllmenge nur 10 kg beträgt. Das macht jedoch den Abfüllern das automatische Befüllen unmöglich. Einen Vorteil verspricht allerdings eine neue Kunstoffvariante: Laut Hersteller Globalgas ermöglicht das transparente GfK-Material , den Füllstand von aussen zu erkennen.

Darf man Gasflaschen im Auto transportieren?

Ja, man darf leere und auch volle Gasflaschen mit einem normalen PKW transportieren. Beispielsweise für den Transport zum Gashändler und zurück. Wichtig ist hierbei die sichere Unterbringung. Idealerweise verzurrt man sie im Kofferraum. Die Schutzkappe muß dabei immer aufgesetzt sein.

 Tempo 100 Regelung für Caravane

In Deutschland existiert eine Ausnahmeverordnung zur StVO, die die Tempo 100-Erlaubnis regelt. Das bedeutet, man kann mit seinem Wohnwagen 100 km/h auf Bundesautobahnen und Kraftfahrstraßen fahren, wenn man einige Punkte beachtet. Hier beziehen wir uns auf die 9. Ausnahmeverordnung.

Für wen gilt diese Regelung?

Personenkraftwagen, mehrspurige Kraftfahrzeuge (mit einer zulässigen Gesamtmasse bis 3,5 t) und Busse bis 3,5 t mit Tempo 100 km/h Zulassung (gemäß §18 Abs. 5 Nr. 3 StVO)

Wie muss das Zugfahrzeug ausgerüstet sein?

Es muss mit ABS ausgestattet sein.

Welche Merkmale muss der Anhänger aufweisen?

Die Reifen dürfen nicht älter als 6 Jahre sein und mindestens den Geschwindigkeitsindex L (120km/h) haben.

Er muss hydraulische Stoßdämpfer und eine Antischlinger-Kupplung haben.

Beispiel: Winterhoff oder ALKO

Er muss generell für Tempo 100 geeignet (Fahrzeugpapiere) sein.

Es muss hinten eine gesiegelte Tempo-100-Plakette angebracht sein.

Das Gewichtsverhältnis (Masseverhältnis)

Bei Wohnanhängern mit Auflaufbremse darf die zulässige Gesamtmasse des Caravans nicht höher sein als die Leermasse des PKW. Die eingetragene maximale Anhängelast ist hier jedoch die Grenze.

Beispiel1:
Wohnwagen max. zul. Gesamtgewicht: 1500 kg
Zugfahrzeug Leergewicht: 1400 kg
Maximale Anhängelast: 1400 kg
Fazit: keine Zulassung für Tempo 100

Beispiel2:
Wohnwagen max. zul. Gesamtgewicht: 1200 kg
Zugfahrzeug Leergewicht: 1800 kg
Maximale Anhängelast: 1400 kg
Fazit: Zulassung für Tempo 100 möglich
Stützlast

Die maximale Stützlast (die kleinere von PKW und Caravan) muss ausgenutzt werden.

Beispiel 1: Stützlast PKW 75 kg Stützlaste Caravan 100 kg -> 75 kg Stützlaste verwenden
Beispiel 2: Stützlast PKW 75 kg Stützlaste Caravan 50 kg  -> 50 kg Stützlaste verwenden
Sonstiges

Man kann, wenn man diese Richtlinien befolgt, zwischen verschiedenen Caravanen und Zugfahrzeugen wechseln. Die Regelung gilt also nicht nur für ein bestimmtes Gespann.

Beispiel: Man besitzt zwei PKW, die beide die Voraussetzungen erfüllen. Man kann also ohne Weiteres zwischen beden Zugfahrzeugen wechseln und 100 km/h fahren.
Was kostet es?

Ideal ist es, wenn man einen Wohnwagen besitzt, der bereits alle Voraussetzungen erfüllt. Wenn nicht:

- Schlingerkupplung z.B. Alko ca. 240€

- neue Reifen ca. 200€ (für zwei Reifen)

In jedem Fall werden allerdings folgende Kosten anfallen:

- Gutachten von TÜV oder Dekra: 39€ bzw. 46€

- Zulassungsstelle oder Straßenverkehrsamt: 23,50 € für die Umschreibung der Fahrzeugpapiere (evtl. bekommt man neue Papiere)

Hinweis vom Autor: Wenn man bedenkt, was eine Geschwindigkeitsüberschreitung kostet, ist das echt ok.

 Geschichte des camping und Wohnwagens

Anfang der 1920er Jahre kam durch die verbesserte Wirtschaftslage zu dem Bedürfnis in der Bevölkerung, auch einmal Urlaub zu machen. Dabei lag es nahe, sich in der freien Natur zu erholen. Koste durfte es natürlich auch nicht viel. Das camping als Bewegung machte sich breit. Hierzu wurden einfache Zelte verwendet. Auch die Camping-Utensilien waren recht einfach und zweckdienlich. Nach dem 2. Weltkrieg setzt sich dieser Trend fort. Erst in den 60er Jahren entstand die Campingindustrie.

Bereits 100 Jahre zuvor hatte man in England eine Art Wohnwagen erfunden. Zigeunerwagen (die es noch früher gab) waren hier wohl das Vorbild. 1931 erfand der deutsche Reisende Arist Dethleffs nach Anregung seiner Frau den ersten Wohnanhänger, das Wohnauto. Dieses Gefährt wurde so oft nachgefrat, daß Dethleffs ein Unternehmen gründete (Marke existiert heute noch) und die erste Serienproduktion begann.

Heute ist camping oft nicht mehr die günstige Alternative zum Hotel oder einer Pension. Allein für die Anschaffung eines Wohnwagens oder gar eines Wohnmobils kann man sehr lange in ein Hotel fahren.

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