I have seen Nessie Teil 2

Weiter geht’s …Fortsetzung von Teil 1

Als der Steinkreis in Sicht kam, zeigte sich, dass viele Besucher nicht auf den großen Parkplatz fuhren um sich in der näheren Umgebung einen gebührenfreien Platz zu suchen. Unsere Freunde begleiteten uns mit einem eigenen Auto, sodass sie abends zurückfahren konnten. Nun aber bogen auch sie in einen Feldweg kurz vor dem Parkplatz ab und ich folgte ihnen. 200 Meter später war Schluss! Eine riesige Pfütze versperrte uns den Weg

 

POOLE
Am 16. August fuhren wir weiter Richtung landesinnere nach Stone Henge. Am Tag zuvor habe wir die Sandbanks von Poole besucht, wo unsere Kinder schnell einen kleinen Hafen in den Sand gruben.  Unser 3-jähriger ist bereits in den ersten Minuten tropfnass geworden. Beim Großen (9) hat es zwar länger gedauert, aber scheinbar war es auch hier unausweichlich.  Abgebrochen haben wir den Ausflug aber nicht deshalb, sondern weil ein Gewitter aufzog und wir es gerade noch trocken ins Auto geschafft haben.

STONE HENGE
Als der Steinkreis in Sicht kam, zeigte sich, dass viele Besucher nicht auf den großen Parkplatz fuhren um sich in der näheren Umgebung einen gebührenfreien  Platz zu suchen. Unsere Freunde begleiteten uns mit einem eigenen Auto, sodass sie abends zurückfahren konnten. Nun aber bogen auch sie in einen Feldweg kurz vor dem Parkplatz ab und ich folgte ihnen. 200 Meter später war Schluss! Eine riesige Pfütze versperrte uns den Weg und da ich mit unseren Gespann nicht am Rand hätte durchfahren können ( parkende Autos ließen nur eine kleine Gasse frei ) hätte ich mitten durch das Wasser fahren müssen. Aber was tun, wen man in der Mitte steht und aufgrund des hohen Gewichts einerseits und wenigen Gripps im Matsch andererseits nicht mehr vor noch zurückkommt? Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen. Also mußten wir zurück. Bis wir geregelt hatten, daß alle anderen Autos, die uns wiederum gefolgt waren aus dem Weg waren und ich rückwärts wieder auf die Straße kam, verging einige Zeit. Meine Kupplung stank auch Stunden später noch und wir entschlossen uns, von nun an auf solche Abenteuer zu verzichten.
Auf dem richtigen Parkplatz dann, standen wir neben anderen Deutschen, die ihren Faltcaravan auspackten. Wir kamen ins Gespräch und sie erzählten uns, daß sie gerade aus Schottland kämen, genauer gesagt von der Insel Skye und daß es da ganz toll und wunderschön wäre. Ich sah meine Frau an, und wußte, was sie dachte: Schottland, wir kommen!  Den Faltcaravan wollten sie übrigens nur kurz trocknen, der sei nämlich noch nass.
Nach der Besichtigung von Stone Henge ging es dann in einen der gemütlichen Pubs. Einem, in dem man auch essen kann. Die Kette, zu der er gehörte heißt Hungry Horse und wir aßen in der  Spotted Cow. Das Essen war gut und meine Frau war von ihrem indischen Essen restlos begeistert. Also kann man auch in England gut essen.


CAMPING CLUB
England ist das Land der Clubs. Unsere Freunde waren u.a.  Mitglied in einem Camping-Club. Sie gaben uns ein Buch und eine Karte und erzählten uns, daß in diesem Club viele kleine „Farm-Campsites“ zusammengetragen worden sind. Diese sind in der Regel einfacher ausgestattet, aber auch wesentlich günstiger. Wir probierten es gleich aus. Und tatsächlich: in der Nähe von Swindon bezahlten wir für einen Platz mit Strom nur 13 Pfund oder 16 Euro für eine Nacht für alle zusammen. Der Platz war wirklich einfach, aber zweckmäßig ausgestattet. Ein Waschhaus mit Duschen und WC, drei Geschirrspülbecken, eine Entsorgungsstation für Campingtoiletten, und sogar Waschmöglichkeiten hat es dort gegeben. So etwas wie einen Shop oder einen Kinderspielplatz sucht man auf solchen Plätzen allerdings vergeblich. Wir jedenfalls brauchten nicht mehr. Am nächsten Tag ging es dann sowieso weiter Richtung Wales.


WALES
Die Frage war nur: in den Südteil oder in den Nordteil. Da wir auf dem Weg nach Schottland waren, entschieden wir uns für Conwy an der Nordküste als Ziel. Unterwegs kamen wir an der wirklich sehenswerten Burg Cirk Castle vorbei. Hier sah es so aus, wie man s aus den Rosamunde-Pilcher-Filmen kennt (die sich ja keiner ansieht und wenn, dann nur wegen der Landschaft ). Sanfte Hügel mit Schafen so weit das Auge reicht. Zwischendurch ein Fluß oder ein See – Wales ist traumhaft!


Um zur Burg zu gelangen, mußte man einer kleinen Straße folgen, die erst einmal an einem schweren Eisentor endete. Zwei Brüder hatten zwei Jahre daran gearbeitet. Wir sagen uns, wenn das Tor schon so imposant ist, wie sieht dann erst das Schloss aus? Aber von dem war nichts zu sehen. Ich entschloss mich, es zu suchen. Aber ohne Wohnwagen hinten dran. Ich hielt also an einer geeigneten Stelle und koppelte ihn ab. Schnell noch mit dem Navi die Position gemerkt und los gings. Der Caravan würde nachher schon noch da stehen.
Das Schloß war toll. Sehr gut erhalten und begehbar. Es wirkte, als wären die Bewohner erst gestern ausgezogen. Unsere Kinder waren begeistert und spukten durch die Gänge. Solche Schlösser gibt es wohl auf dem Festland nur selten. In Wales muß man sich nur umdrehen und es kann einem passieren, daß da schon das nächste Schloss steht.


CONWY
Am Abend des 17.August  kamen wir mit Hilfe eines Polizisten zum nächsten Farm-Campsite bei Conwy.

Wunderschön gelegen und sehr gepflegt. Conwy selbst ist eine kleine Stadt mit einer Festungsanlage, die noch rund um den Ort geht.

An einer Bucht gelegen, mit ihrer bezaubernden Einkaufsstraße runter zum Meer und einer imposanten Burg, die meistbesuchte Stadt in Wales.

Auch das kleinste Haus Großbritanniens steht hier, was wir natürlich besichtigt haben. Hier blieben wir 2 Nächte und fuhren dann fuhren wir weiter: zwischen Liverpool und Manchester durch auf der Autobahn Richtung Norden.

Ziel war es,  Gretna Green über den Lake District zu erreichen.


LAKE DISTRICT
Am Abend des 20.August kamen wir im Lake District an. Und es regnete mal wieder. Wir hatten uns einen kleinen Campingplatz herausgesucht und fuhren von der Landstraße ab. Die Straßen sind dort sehr eng und schon auf den größeren mußten wir immer wieder anhalten, um entgegenkommende Fahrzeuge passieren zu lassen. Wir fuhren nach NAVI. Leder verpasste ich eine Abzweigung und das Navi berechnete den Weg neu und wir kamen durch noch viel kleinere Wege. Bei diesen Wegen waren die Bäume oben schon wieder so zusammengewachsen, daß ihre Zweige weit in die Straße ragten und die Blätter oben  ein einziges grünes Dach bildeten. Zudem war die Straßenbreite weniger als 3 Meter. Mit einem Wohnwagen von 2,4 Metern Breite auf kurvigen Wegen kein Vergnügen. Immer schön in der Mitte bleiben. Trotzdem hinterließ  die Botanik deutlich sichtbare Spuren. Den Weg zurück war aber auch unmöglich. Rangieren auf diesen Wegen – unmöglich. Also vorwärts. Als dann auf dem feuchten und moosigen Weg an einer Steigung die Vorderräder (die Antriebsachse beim Espace) anfingen durchzudrehen und das ASR abriegelte, da war der Spaß endgültig vorbei! Aber was tun? Der nächste Ort war laut Navi 5 km entfernt, es war dunkel und es regnete. Nur nicht zum Stehen kommen – weiter. Nur nicht in einem der Löcher steckenbleiben. Eine gefühlte Ewigkeit später waren  wir dann an unserem Ziel. Ein Bauernhaus. Wir hatten uns vorher nicht angemeldet und die Farmerin sagte uns:  “You are lucky. There is one space left“. Wir sollten nur 250 Meter weiterfahren und dann könnten wir uns da hinstellen. Ok, bloß nicht zurück. Der „Campingplatz“ entpuppte sich als eine Wiese mit einem Wasserhahn und 5 Steckdosen. Keine Toilette, keine Dusche, kein Waschbecken, keine Möglichkeit Geschirr zu spülen –nichts. Noch nicht einmal eine Laterne. Dafür kostet der Platz nur 11 Pfund die Nacht. Zum Glück waren wir autark. Wir hatten also alles dabei. Und es war ja nur für eine Nacht. Außer uns waren noch 4 Wohnwagen da, von dem einer beleuchtet war. Um uns rum nur das Bauernhaus (250 Meter weiter), Schafe und Kühe. Bei der Gelegenheit fallen einem schnell die besten Szenen aus allen Gruselschockern wieder ein.


An diesem Abend diskutierten wir noch, wohin es in diesem Urlaub noch gehen sollte. Ich meinte, wir würden es nicht nach Schottland schaffen, wenn wir in diesem Tempo weiterführen.  Wir beschlossen, am  nächsten Morgen die 150 km nach Gretna Green zu fahren. Dort hatten meine Eltern 1966 heimlich geheiratet. Den Tag wollten wir dort verbringen und dann in die Nacht hinein (wenn die Kinde schlafen würden) die restlichen knapp 600km durch die Highlands nach Loch Ness zu fahren.


Am nächsten Morgen regnete es immer noch – nur heftiger. Geschlafen hatten wir super, denn das dauernde prasseln von Regen auf dem Dach und die Dunkelheit gepaart mit der absoluten Stille, die nur dann und wann von einem „Määäääääh“ unterbrochen wird, wirkt irgendwie einschläfernd.

Unser Nachbar kam in Badehose heraus und ich startete eine Konversation: „ Nice landscape here“ „Yes, when you can see it“ antwortete er mit Hinweis auf den Regen. Er fügten noch hinzu: „The lake district isn’t always that bad, I promise“. 

Nett von ihm, er wollte uns Mut machen. Wir machten uns jedoch auf den Weg nach Gretna Green.
Weiter geht’s im 3. Teil

Quelle: selbst erlebt

Ersteller: Kiki verfasst am: 20.10.2010

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