I have seen Nessie ... Finale

Weiter geht’s …Fortsetzung von Teil 2

Gretna Green
Am Vormittag erreichten wir endlich Gretna Green und damit auch Schottland. Wir fanden schnell ein Outlet-Center und blieben eine Weile dort. Etwas essbares gab es in einem gemütlich aussehenden Pub. Gutes Essen gibt es aber woanders. Saubere Tische auch. Zur Krönung fiel unser Einjähriger auch noch aus dem Hochstuhl.
Wir besuchten die alte Schmiede, in der meine Eltern in den 60er Jahren geheiratet haben (Mama war für deutsche Verhältnisse damals noch zu jung) und stellten fest, dass sie sich von der romantischen Hochzeitsoase zu einem Touristenort mit mehreren hundert Parkplätzen für Busse und PKW entwickelt hat. Hochzeiten gibt es hier aber immer noch.

 

Loch Lommond
Am Abend ging es dann weiter Richtung Loch Ness. Aber nach weit über 400 km wurde ich dann doch müde. Nach 22 Uhr einen geöffneten Campingplatz zu finden ist jedoch gar nicht so einfach. Wir blieben schließlich am Loch Lommond und als die Kinder ins Bett gebracht waren und sicher schliefen, gingen wir noch in den urigen Pub an der Ecke und tranken ein paar Guiness. Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass dies genau die richtige Entscheidung war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von dort aus gelangt man nämlich in 5 Minuten auf den „west highland way“.  Zuvor kommt man an ein Schild: „last shop on the west highland way until Kinlochleven 45 Kilometers”.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach taucht man ein in die West Highlands. Und was man da sieht, ist atemberaubend. Tolle Berge, die eigentlich aussehen, wie etwas zu große Hügel. Dazwischen Wasser, Wasser und noch einmal Wasser. Braunes Wasser. Im Boden, in Bächen und in Seen. Dazwischen so eine Art Heidekraut und scheinbar endlose Weiten. Ab und zu mal ein Haus oder Gehöft. Man fährt kilometerweit durch diese phantastische Landschaft, die man sonst nur aus Filmen kennt. Unterwegs trafen wir eine Crew, die gerade ein Musikvideo in der tollen Kulisse drehte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn man über den west highland way kommt, erreicht man irgendwann einmal Fort Williams. Hier pulsiert das Leben und man fühlt sich im ersten Moment wie unter eine kalte Dusch gestellt. Gerade noch die Weite und Ruhe, und nun eine lebendige Stadt. Wir nutzen die Gelegenheit und kauften ein paar Dinge in einem Supermarkt ein. Wer weiß, wie das so am Loch Ness mit Geschäften aussieht. Unsere Sorge war jedoch unbegründet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Loch Ness blieben wir einige Tage und machten von dort aus Ausflüge in die Umgebung. Unter Anderem unternahmen wir eine Fahrt zur Isle of Skye. Das ist praktisch Schottland in Miniaturausgabe. Berge, schöne geschwungene Hügel und Küste – alles da. Zu beachten ist hier auch das Spiel der Wolken und das sich sehr rasch ändernde Wetter. Eine Reise wert.

Unterwegs zur Insel Skye kamen wir an dem Eilean Donan Castle vorbei, das malerisch am Loch Duich liegt. Zahllose Filme wurden hier schon gedreht, so z.B. der Highlander, habe ich mir jedenfalls sagen lassen. Überhaupt würde man sich in den Highlands wahrscheinlich nicht wundern, wenn er plötzlich auftauchen würde. Das ganze Land ist ursprünglich und rau. Und diese Burg ist auf jedem Schottland-Jahreskalender zu sehen. Wir haben auch einen gekauft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für die Rückreise wählten wir eine andere Route. Schade eigentlich, denn die Fahrt durch die östlicheren Highlands ist auch nicht nur annähernd so schön, wie die Tour auf dem Hinweg. Aber dafür lag dort auf dem Weg die Distellerie Tomatin. Dort machten wir eine Besichtigung und natürlich eine Verkostung, sozusagen eine Whiskyprobe.

Zurück ging es in einem Rutsch wieder bis Gretna Green. Nächste Etappe war Swindon auf der Höhe von London, um Freunde zu besuchen. Auf dem Weg nach Dover lag auch noch Westminster, wo wir einen halben Tag im strömenden Regen verbrachten. Nicht sooo toll. Die Fähre war für 3 Uhr morgens gebucht. Leider kann man nicht wie in Calais im Hafen von Dover übernachten. Also suchten wir uns einen Platz am Strand (gegenüber einem Denkmal für die im 2. Weltkrieg geflogenen Angriffe der Deutschen) und schliefen ein paar Stunden bis zur Abfahrt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Reise auch England, Wales und Schottland hat drei Woche gedauert. 6300 Kilometer wurden bewältigt, davon 5400 mit Wohnwagen. Bei etwas unter 12 Liter Verbrauch auf 100 km, der aufgrund der gefahrenen Geschwindigkeiten (in England darf man auch ca. 100 fahren)  in Ordnung geht, sind das ca.750 Liter Diesel.

Insgesamt gesehen war es eine tolle Reise, bei der wir als Eltern stets die Balance zwischen Kinderbedürfnissen und der nächsten Etappe schaffen mussten. Wir haben viel erlebt und viel gesehen. Zum Glück sind Pannen ausgeblieben. Überraschend war, dass wir nicht so viel Geld gebraucht haben, wie wir gedacht haben. Es bleiben also viele tolle Erinnerungen und tiefe Eindrücke.

Wir haben im Jahr drauf eine Italienrundfahrt gemacht. Wir brauchten Sonne, Wärme, Strand und ein Meer zum Baden. Für nächstes Jahr planen wir jedoch wieder eine Schottland-Tour. Unser ältester Sohn meinte: „Wir können ja in den Pfingstferien nach Italien fahren und dann im Sommer nach England!“

Quelle: selbst "erfahren"

Ersteller: Kiki verfasst am: 19.01.2011

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